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West Coast – Wet Coast

By on Montag, der 9. Oktober 2017

Von Squamish nach Vancouver

Der Regen prasselt schon seit 4 Uhr auf mein Zelt diesen Morgen. Ich mache es mir noch ein wenig gemütlich in meinem Schlafsack in der Hoffnung, dass sich die Wolkendecke bald wieder schließt und ich ein trockenes Zeitfenster erwische in dem ich mein Frühstück zubereiten und mein Zelt zusammenpacken kann. Und tatsächlich wird das Trommeln der Regentropfen langsam leiser und ich wage mich ins Freie. Mittlerweile ist der Appetit auf ein ordentliches Frühstück auch nicht mehr länger zurückzuhalten. Ich hole mein Essen aus dem bearproof foodcontainer, begebe mich zum überdachten Picknick Bereich und bereite mein Oatmeal zu. Am Abend zuvor habe ich mir noch Bananen und Himbeeren gekauft, die ich im zusammen mit der Erdnussbutter und kleinen Walnuss Stückchen in mein Frühstück rühre. Das Frühstück ist mittlerweile die wichtigste Mahlzeit des Tages für mich geworden. Ich versuche nicht nur möglichst viel, sondern auch so ausgewogen wie möglich zu essen. Deswegen variiere ich immer ein wenig mit dem Obst.

Nach und nach kommen auch die Kletterer aus ihren Zelten und bereiten sich ihrerseits ihr Frühstück zu. Es entwickeln sich interessante Gespräche an diesem Morgen mit Stefan, Maxim und Raul. Stefan – ein Kletterer aus Österreich zeigt sich interessiert an meinem Fahrrad, da er in naher Zukunft eine ähnliche Reise plant. Binnen kurzer Zeit versammeln sich weitere Kletterer um mein Fahrrad und nehmen es genauer unter die Lupe – die meisten von ihnen sind auch passionierte Mountain Biker und kennen sich entsprechend gut mit Rädern aus – nur mit dem Licht kann mir leider niemand helfen. 😉 Als ich Stefan, von meinen Krämpfen erzähle, weiß er tatsächlich Abhilfe und zeigt mir, wie ich meine Gesäßmuskulatur mit Hilfe einer Yoga Übung dehnen kann. Raul, der Kletterpartner von Stefan kommt aus Chile und zwar aus Punta Arenas. Er bietet mir an, dass ich bei ihm übernachten kann wenn ich in ungefähr einem Jahr dort sein werde. Vorausgesetzt, er ist hängt dann nicht wieder in irgendeiner Felswand. Also tauschen wir E-Mail Adressen aus und dann verabschiede ich mich. Ich muss ja noch mein Zelt abbauen und will nicht zu spät in Vancouver ankommen. Leider ist der Regen nun wieder stärker geworden und da es laut Wetterbericht den ganzen Tag voraussichtlich so bleiben wird, muss ich da jetzt durch. Gegen 11:00 Uhr bin ich dann auch tatsächlich fertig für die verbliebenen 60km bis Vancouver. Es regnet jetzt unaufhaltsam und ich habe versucht mich entsprechend regenfest anzuziehen.

Der Stawamus Chief

auf halber Strecke zwischen Squamish und Vancouver

Ca. 20km vor Vancouver mache ich nochmal eine kleine Pause. Ich habe am Abend zuvor noch ein paar Anfragen wegen Übernachtungen in Vancouver über Warm Showers geschrieben und will nun prüfen, ob irgendjemand noch kurzfristig einen Schlafplatz für mich. Leider scheint es ausgerechnet in Vancouver nicht so einfach zu sein eine geeignete Bleibe für zwei oder drei Nächte zu finden. Da ich am Wochenende nach Vancouver reise, sind auch die Hostels bereits alle ausgebucht. Im Akkord schreibe ich mehrere Kontakte über Warm Showers an und tatsächlich bin ich erfolgreich. Bei Land kann ich die nächsten zwei Nächte schlafen. Wir verabreden uns in Downtown wo er gerade mit seinem kleinen Sohn in einer Art Bakfiets unterwegs ist. Als ich schließlich am vereinbarten Punkt eintreffe ist es bereits 18:00. Luca – der ca. 2 1/2 Jahre alte Sohn von Land schläft ziemlich fest und wir nutzen die Gelegenheit uns ein wenig über die Reise und mein Fahrrad auszutauschen. Land ist Fahrradmechaniker und vom Setup meines Fahrrads durchaus beeindruckt. Ich erzähle ihn von meinem Problem mit dem Licht und er möchte sich das morgen nach getaner Arbeit gerne mal genauer ansehen. Nachdem Luca endlich wach und wieder munter ist beschließen wir was essen zu gehen. Die Wahl fällt auf Vera Burger. Ich hatte zwar schon ziemlich oft Burger in den letzten Wochen, aber mir fehlt jetzt auch die Lust zu experimentieren. Bei Burger und Pommes bin ich mir ziemlich sicher, dass ich für heute satt werde.

Im Dunkeln und zu den Klängen von Coldplay radeln wir später aus Downtown. Die Band gibt heute ein Konzert im bunt ausgeleuchteten BC Place Stadium. Sie spielen gerade das Lied „Paradise“ – wie passend. Es halt noch eine Weile in meinem Ohr nach während wir schon aus Sicht- und Hörweite des Stadions sind. Land muss noch seinen Sohn bei dessen Mutter vorbeibringen, bevor es zu ihm nach Hause geht. Ich beschließe in einem naheliegenden Park auf ihn zu warten. Im Park hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen in dem geschäftiges Treiben herrscht. Eigentlich ein tolles Motiv für ein Foto, aber ich unterhalte mich angeregt mit einem jungen Pärchen und habe keine Lust mein Kameraequipment auszupacken. Sie geben mir ein paar Tipps wo man gute Ramen essen kann (Kintaro) und welche Micro Breweries in der Gegend sich lohnen würden. Leider komme ich in den nächsten Tagen weder dazu, Ramen zu essen noch eine dieser Brauereien aufzusuchen. Vielleicht kann wenigsten Land etwas mit diesen Tipps anfangen, der die Tipps zumindest gerne notiert als er dazustößt. 😉

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Vancouver – Shopping

Diesen Tag lasse ich gemütlich angehen. Nachdem Land und ich gemeinsam gefrühstückt haben, widme ich mich ein wenig den Fotos und den Blog Updates der vergangenen Tage. Später breche ich mit dem Fahrrad auf um ein paar Besorgungen zu machen. Im MEC möchte ich mir eine Thermoskanne, einen Wasserfilter sowie einen Rückspiegel für meinen Helm kaufen. Das waren bislang die einzigen Dinge, die ich auf der Reise vermisst habe. Im Laden packe ich dann auch noch ein dünnes Schneidebrett und eine kleine Aufbewahrungsbox ein. Die finalen Kaufentscheidungen fallen mir durchaus schwer. Es gibt so viele nützliche Dinge in diesem Laden, aber wenn man mal wieder eine Steigung mit über 10% hinauffährt wird vieles was einem im Laden noch nützlich und sinnvoll erschien ziemlich schnell nur noch überflüssiger, schwerer Ballast.

Nachdem ich meinen Hunger mit einer großen Pizza gestillt habe, versuche ich noch einen Friseur bzw. Barbier aufzutreiben. Doch die meisten sind entweder schon geschlossen oder zu weit weg. Der einzige in der Nähe, der noch nicht geschlossen hat, ist für heute leider schon ausgebucht und so wachsen meine Haare erst mal weiter. Ich beschließe wieder zurück zu meiner Unterkunft zu radeln, denn Land und ich wollen uns heute Abend ja das Problem mit dem Licht anschauen. Ich kaufe im Liquor Store noch ein Sixpack Bier ein und als ich gerade wieder losradeln möchte, fährt gerade Land an mir vorbei. Welch ein Zufall. Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel im Supermarkt ein und radeln dann gemeinsam zu ihm nachhause. Dabei erzählt er mir auch, dass er keinen Alkohol trinkt. Zum Glück wird Bier nicht so schnell schlecht. 😉

Der Versuch das Licht zu reparieren schlägt dann leider fehlt. Zunächst vermuten wir das Problem innerhalb der Lampe und zwar im Lichtsensor. Nachdem wir mehrere Minuten versuchen das Gehäuse zu öffnen, brechen wir den Versuch erfolglos ab. Ich prüfe die Webseite des Herstellers und dort wird dringend davon abgeraten die Lampe zu öffnen. Das Problem liegt also mit großer Wahrscheinlichkeit woanders. Bevor wir etwas neu verkabeln, was eine von Land’s Ideen ist, möchte ich lieber nochmal mein Glück bei einem Fahrradladen versuchen, der auf Reiseräder spezialisiert ist und sich eher mit diesem Problem auskennt.

 

Vancouver – endlich Licht

Diesen Morgen besuche ich den GranVille Island Public Market. Das Frühstück liegt zwar erst ein paar Stunden zurück, aber beim Anblick der vielen ansprechenden Obst- und Essensstände kann ich den Appetit nicht lange zurückhalten. Nach zwei scharfen Salami, gönne ich mir noch einen Lachs-Bagel. Zum Abschluss dann noch einen Blueberry Lemon Scone und weil ich immer noch hungrig bin, schiebe ich noch zwei Donuts hinterher. Das sollte für die nächsten paar Stunden erst mal ausreichen…

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Gut gestärkt verlasse ich GranVille Island und steuere den nächstgelegenen Fahrradladen an – Ihr wisst schon warum. Leider sind die ersten drei Versuche auch heute wieder erfolglos, aber im dritten Laden bekomme ich den Tipp, dass ich es im Kissing Crows Cyclery (http://www.kissingcrowscyclery.com/) doch mal versuchen sollte. Es ist mittlerweile bereits nach 16:00 Uhr und laut Google Maps schließt der Laden heute um 17:00. Er liegt zwar ein paar km entfernt, aber nach ca. 20 Minuten radeln bin ich da. Josh, der Besitzer des Ladens, bedient gerade noch eine Kundin. Kurz darauf habe ich allerdings seine volle Aufmerksamkeit und zu meinem großen Glück hat er Zeit und Lust sich mein Lichtproblem sofort anzuschauen. Er kennt die einzelnen Komponenten zwar nicht, aber geht das Problem sehr strukturiert an und nach ca. 15 Minuten hat er zu meiner großen Freude die Ursache des Problems entdeckt. Es ist ein loser Steckkontakt, der sich in der Verkabelung im Vorbau versteckt hat. Wahrscheinlich habe ich das selbst verursacht, als ich das Fahrrad für den Flug verpackt habe, da ich dabei die Lampenhalterung abbauen musste und etwas ruppiger zu den Kabeln war.

Während Josh das Fahrrad wieder zusammenbaut unterhalte ich mich mit Rishin, der heute im Laden aushilft und interessiert an meiner Reise ist. Als ich ihm erzähle, dass ich für heute Nacht noch keine Unterkunft habe – die Unterkunft bei Land war nur für zwei Nächte – bietet er mir kurzerhand an, dass ich bei ihm übernachten kann. Ich hatte zwar eigentlich eine weitere Warm Shower für diese Nacht in Vancouver organisiert, aber das scheint leider doch nicht zu klappen. Daher nehme ich das Angebot gerne an. Mittlerweile hat Josh das Fahrrad auch wieder zusammen gebaut und wir tauschen uns noch ein wenig bzgl. des Fahrrads und der Komponenten aus. Es hat ihm sichtlich Spaß gemacht, an dem Gefährt herumzuschrauben. Ich kaufe noch eine Ersatzkette und dann radele ich weiter.  Ich muss mein ganzes Gepäck wieder bei Land abholen und dann zurück zu Rishin fahren. Als ich mein Fahrrad endlich vollständig beladen habe und von Land’s Wohnung aufbreche ist es dunkel – aber heute kann ich das erste Mal mit Licht durch die Stadt fahren. Ein tolles Gefühl.

Kissing Crows Cyclery

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