Motivation

Zwischen Weihnachten und Silvester 2016 fällt der Entschluss! Ich mach‘ das jetzt, ich warte nicht länger!

Den Traum, irgendwann mal den amerikanischen Kontinent mit dem Fahrrad von Nord nach Süd zu durchqueren, hege ich schon einige Jahre. Mit Freunden und Familie rede ich immer mal wieder darüber, aber es ist nie wirklich konkret, sondern vielmehr Schwärmerei. Auch mit meinem Onkel Jaap aus den Niederlanden habe ich oft über diesen Traum gesprochen. Einmal aus dem sicheren und geordneten Alltag ausbrechen, Ein Abenteuer starten, neues entdecken das waren meine Sehnsüchte. „Warum machst Du es nicht einfach? Was hält dich auf?“ fragte er dann meistens. Irgendwelche Ausreden und Gründe, warum die Zeit noch nicht reif ist oder etwas anderes gerade Priorität hat, fand ich immer.

Als ich ihm im Frühjahr 2017 dann die Nachricht schicke, dass ich dieses Jahr tatsächlich die Panamericana mit dem Fahrrad in Angriff nehmen werde, war seine erste Reaktion: „Wow“. Jaap hat schon mehrere lange Touren mit dem Fahrrad unternommen. Nach Istanbul, zum Nordkap und durch Jordanien ist er bereits geradelt. Was Radreisen und Campen angeht ist er ein Experte. Daher besuche ich ihn und meine Tante Marlijn im April um mir ein paar wertvolle Tipps zu holen und natürlich die nun konkreteren Pläne mit ihm auszutauschen.

Abends bei einem Glas Wein diskutieren wir dann auch die eher persönlichen Beweggründe, warum ich denn nun tatsächlich den Entschluss getroffen habe und was meine Erwartungen an die Reise sind. Denn es geht natürlich nicht nur darum, neues zu entdecken und möglichst viele Stempel im Reisepass zu sammeln. Das kann man mit dem Flugzeug oder dem Auto einfacher haben. Ich will den Kontinent ganz bewusst mit dem Fahrrad erkunden, will mich den Elementen aussetzen, mich selber prüfen ob ich das tatsächlich kann. Sicherlich hat dieses Vorhaben eine sportliche Komponente und ich war schon als Kind jemand, der die sportliche Herausforderung liebte. Mich mit dem Fahrrad einen Berg hochzuquälen, an meine Leistungsgrenze zu gehen und Abends vor lauter körperlicher Erschöpfung müde ins Bett zu fallen, bereitet mir Freude. Die anschließenden Schmerzen fühlen sich mehr als Belohnung denn als Bestrafung an. Und auch wenn ich vor den Anden mit ihren Passagen über 4000m hohe  Gipfel gehörigen Respekt habe, so sind es doch eher die Einsamkeit, das Fremde und Unbekannte was mich manchmal zweifeln lässt, ob ich für diesen Trip mental gewappnet bin und bis nach Ushuaia durchhalten werde. Es wird also auch eine spirituelle Reise.

Auf diese Reise möchte ich euch hier auf meiner Seite gerne mitnehmen. Ich freue mich darauf euch regelmäßig von meinen Eindrücken und Erfahrungen auf der Reise zu berichten.