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Tag 65-67: von Coquille nach Roseburg

By on Samstag, der 25. November 2017

Auf gut Glück
Der Wetterbericht für die folgenden Tage verheißt nichts Gutes. Es soll die nächsten drei Tage mit vereinzelten Unterbrechungen weiterregnen. William bietet mir zwar an, dass ich durchaus eine weitere Nacht bei ihm bleiben kann, aber ich will ihm nicht länger als notwendig zur Last fallen. Ich beschließe stattdessen, weiter bis nach Roseburg zu fahren und dann dort für zwei Nächte in einem Motel zu übernachten. Dann kann ich ein wenig entspannen und auf das hoffentlich bessere Wetter warten. Darüber hinaus sollte es im Motel auch Internet geben. Bei William, der eher spartanisch lebt, gibt es das leider nicht.

Tatsächlich klart das Wetter diesen Morgen sogar auf und die Sonne kommt zu unser beider Überraschung raus. William entschließt sich kurzerhand dazu, mich ein wenig auf der Route zu begleiten. Also radeln wir irgendwann nach dem Frühstück gemeinsam los. Wir fahren zunächst ein wenig auf dem Highway 42 auf dem nur wenig Verkehr herrscht und der zudem auch einen breiten Seitenstreifen hat. Nach ca. 12km biegen wir auf einen kleinen (asphaltierten) Weg nach Sitkum ab. Hier kommen uns nur noch sehr vereinzelt ein paar Fahrzeuge entgegen, so dass wir nebeneinander radeln können. Wobei wir das allerdings nur sehr vereinzelt machen, denn wir beide radeln doch mit einem sehr unterschiedlichen Tempo. Ich fahre schon bewusst sehr langsam und trotzdem fällt William immer weiter zurück. Man muss zu seiner Ehrenrettung allerdings erwähnen, dass er auf seinem Fahrrad nur noch zwei Gänge zur Verfügung hat und um diese zu wechseln muss er anhalten und die Kette wechseln. Sein Umwerfer ist gebrochen und aus der Not heraus hat er sich zwei Ketten in unterschiedlicher Länge gebastelt, die er dann manuell auf die passenden Zahnkränze setzt. Das eine Ende der jeweils nicht genutzte Kette hängt dann immer neben dem hinteren Zahnkranz und das andere Ende hat er irgendwie am Gepäckträger fixiert. Und ja, mir ist bewusst, dass eine Fahrradkette keine zwei Enden hat, aber mir fällt es schwer das anderweitig zu beschreiben. Leider habe ich die abenteuerliche Konstruktion nicht fotografiert.

Nach 40km erreichen wir eine T-Kreuzung an der es rechts weiter Richtung Sitkum bzw. Roseburg geht und links auf einem alternativen Weg zurück nach Coquille. William wechselt nun zum ersten Mal seinen Gang da auf der alternativen Strecke doch ein paar Steigungen auf ihn warten. Mich erwarten zwar noch deutlich heftigere, aber ich hab‘ ja auch 14 Gänge. Nachdem wir uns verabschiedet haben, nutze ich die Gelegenheit und fahre die nächsten km deutlich zügiger. Schließlich habe ich noch 60km zu bewältigen und muss auch noch einen über 700m hohen Berg überwinden. Dieser hat ein paar fiese Rampen, aber insgesamt ist es ein Berg der Spaß macht. Die meiste Zeit fahre ich durch dichten Wald der in herbstlich bunten Farben erstrahlt. Auf der Bergkuppe lichtet sich der Wald und auf der anderen Seite erwarten mich weite Felder. Ab hier sind es noch ca. 30km bis nach Roseburg auf denen es fast nur noch bergab geht. Gegen 18:00 erreiche ich das Motel. Ich bin froh, dass ich die Tour von Coquille nach Roseburg gewagt habe, denn trotz des ursprünglich schlechten Wetterberichts bin ich bis auf zwei sehr kurze, leichte Schauer von Regen verschont geblieben.

Abhängen in Roseburg
Im Motel hatte ich mich ursprünglich für 2 Nächte einquartiert, aber da es seit meiner ersten Nacht im Motel ununterbrochen regnet bin ich gezwungen noch eine dritte Nacht dranzuhängen. In Roseburg gibt es leider nicht sehr viele touristische Attraktionen. Genauer gesagt: gar keine. So verbringe ich die meiste Zeit entweder im Hotelzimmer oder bei Starbucks um etwas besseres Internet zu genießen. Darüber hinaus nutze ich die Gelegenheit für einen Friseurbesuch und lasse auch den wildgewachsenen Bart ein wenig stutzen.

Eine verhängnisvolle Entscheidung
Wahrscheinlauch aufgrund von Langeweile prüfe ich am zweiten Abend in Roseburg, welche Events in den nächsten Wochen in San Francisco und Umgebung anstehen. Hierbei schießt mir der Golden Gate Half Marathon ins Auge. Ich schleppe seit Beginn meiner Tour ein Paar Laufschuhe mit mir rum und habe sie seit einem kurzen Lauf in Toronto nicht mehr genutzt. Ich denke, dass die Anmeldung zum Halbmarathon die perfekte Motivation ist, sie endlich mal anzuziehen und ein paar andere Muskelpartien zu trainieren. Euphorisiert und bekräftigt durch die Wirkung von zwei IPAs melde ich mich kurzerhand für das Event an. Es findet am 5.11. statt. Das lässt mir noch ca. 2 Wochen um in Form zu kommen und die etwas mehr als 1000 km bis San Francisco zu bewältigen. Aufgrund der unsicheren Wetterlage und der zu bewältigenden Höhenmeter kein einfaches Unterfangen aber es klingt für mich nach einer willkommenen Herausforderung. Diese erhält jedoch bereits am nächsten Tag einen herben Dämpfer. Als ich abends durch Roseburg spaziere, fangen meine Muskeln im Oberschenkel heftig an zu krampfen. Selbst mit kräftigem Dehnen bekomme ich das Problem nur sehr schwer in den Griff. Bei einer Drogerie in der Nähe meines Motels kaufe ich kurzerhand eine Dose mit Magnesiumpillen in der Hoffnung, dass ich dem Problem damit Herr werde.

TAG

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