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Tag 57 – 59: von Aberdeen nach Seaside

By on Freitag, der 10. November 2017

Trägheit am Morgen
Es wird langsam zur Gewohnheit, dass ich mir morgens ziemlich viel Zeit lasse, wenn ich mal wieder bei einem Warm Showers Host übernachte. Marnie ist bereits zu ihrer Arbeit aufgebrochen als ich schließlich die Küche betrete. Ich unterhalte mich ein wenig mit ihrem Mann Jon während ich frühstücke und anschließend mein Fahrrad für die Etappe des Tages belade. So vergeht weitere Zeit und es ist schon fast Mittag als ich mein Fahrrad aus der Garage schiebe um weiter gen Süden zu radeln.

Da seit dem Frühstück mittlerweile schon wieder ein wenig Zeit vergangen ist und mir Jon das Restaurant darüber hinaus empfohlen hat, stoppe ich bei beim Restaurant Clarks. Montags ist Chili Tag, also bestelle ich das und gönne mir im Anschluss noch einen Kürbiscreme Eisbecher (ich glaube der Geschmack kommt größtenteils von den Gewürzen, die in einem Kürbiskuchen sind und nicht vom Kürbis selber). Damit sollte ich jetzt eigentlich bis zum Abendbrot weiterradeln können. Ich warte noch einen heftigen, kurzen Schauer ab und schwinge mich wieder auf mein Rad. Da der Wetterbericht generell nicht so rosig ist, habe ich entschieden den Highway 101 von Aberdeen nach Raymond zu nehmen. Die alternative Route (Highway 105) entlang der Küste wäre zwar deutlich schöner, aber auch erheblich länger und aufgrund der trüben Wetteraussichten sehe ich diesen Aufwand als nicht gerechtfertigt an. Ich werde noch genügend Küste sehen, denke ich.

In Raymond mache ich noch einen weiteren Halt und ziehe mein Abendbrot vor. Da ich heute Nacht irgendwo wild campen werde, möchte ich bereits gegessen haben, wenn ich mein Nachtlager aufschlage. Daher muss für heute Abend ein Subway Sandwich ausreichen. Halbwegs gestärkt nehme ich die letzten km des Tages in Angriff. Ich fahre bis zum Anbruch der Dunkelheit und finde schließlich unweit des Highway 101 eine geschützte Stelle direkt am Bone River wo ich mein Zelt aufbaue. Nachdem mein Zelt steht, entdecke ich ein Schild, welches das Campen untersagt. Da es mittlerweile aber bereits dunkel ist und ich von der Straße nicht gesehen werden kann, gehe ich das Risiko ein und bleibe auf dem Zeltplatz. Ich werde morgen früh ohnehin vor Sonnenaufgang aufbrechen.

 

Radeln am Strand
Wie geplant verlasse ich meinen Zeltplatz am nächsten Tag bereits vor dem Sonnenaufgang. Wie immer wenn ich wild gezeltet habe, breche ich ohne Frühstück auf und stoppe stattdessen unterwegs, sobald ich einen geeigneten Picknick Platz entdecke. Da es heute sehr frisch ist, verschiebe ich diesen Stopp allerdings immer weiter nach hinten. Wenn ich erst mal in Schwung gekommen bin, möchte ich ungerne stoppen solange nicht die Sonne wirklich rauskommt. Nach ca. 25km muss ich entscheiden, ob ich weiter dem Highway 101 folge und einen beträchtlichen Umweg entlang der Küste nehme oder den direkteren Weg nach Süden über Highway 4 und 401 nehme. Da ich gut in der Zeit liege und es nicht unbedingt nach Regen aussieht, wähle ich den längeren Weg. Keine halbe Stunde später werde ich dann allerdings von einem heftigen Regenschauer inkl. Hagel überrascht. Glücklicherweise ist dieser nur von kurzer Dauer und der Fahrradhelm (samt Regenhaube) erweist sich als sinnvoller Schutz vor den Hagelkörnern. Ich fahre durch das Willapa National Wildlife Refuge welches vor allem zum Vogelbeobachten einlädt. Ich mache hier keinen Stopp aber ich kann die Reiher und die verschiedenen Entenarten auch während der Fahrt beobachten.

Gegen 12:00 Uhr erreiche ich dann schließlich Seaview und damit auch endlich die ersten Geschäfte auf der heutigen Tour. Ich stoppe beim Café Abbracci um einen Kaffee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Leider haben sie dort nichts für ein vollwertiges Frühstück oder Sandwiches und so muss ich mich mit zwei Cookies zufrieden geben. Das sollte reichen um den Hunger für die nächsten 2 Stunden zu unterbinden. Ich fülle noch meine Wasserflaschen auf und dann mache ich mich auf zum Strand. Die Stadt wirbt mit dem „world’s longest beach“. Ich habe nicht überprüft, ob das tatsächlich stimmt, aber ich mache zumindest ein Foto von dem Torbogen der zum Strand führt. Kurz vor dem Strand ist ein kleiner Parkplatz aber wer einen Pickup mit Allradantrieb hat fährt direkt auf den Strand. Kurzerhand beschließe ich, dass ich das mit meinem Bike dann auch machen kann. Die ersten Meter durch den weichen, trockenen Sand sind noch ein wenig beschwerlich und ich muss teilweise absteigen und schieben aber je näher ich dem Wasser komme, desto fester wird der Untergrund und ich kann ohne Probleme ein paar hundert Meter am Strand entlangradeln. Nachdem ich die obligatorischen Strandfotos geschossen habe, fahre ich auf einem befestigten Trail weiter Richtung Cape Disappointment. Dort gibt es zwei Leuchttürme zu besichtigen. Als ich damit fertig bin ist es bereits nach 15:00 Uhr und jetzt ist der Hunger so groß, dass ich beschließe noch eine Portion Oatmeal zu kochen, bevor ich den letzten Abschnitt des Tages in Angriff nehme.

 

Es sind noch ca. 60km bis nach Seaside in Oregon wo ich die heutige Nacht verbringen möchte. Die Strecke dorthin ist relativ flach und trotz vereinzeltem Gegenwind komme ich sehr zügig voran. Die einzige wirkliche Hürde, die ich noch überwinden muss ist die Brücke über den Columbia River nach Astoria. Die Brücke ist ca. 6km lang und hat leider keinen Fahrradweg und nur einen minimalen Seitenstreifen. Mit meinem Spiegel am Helm beobachte ich ständig den Verkehr, der von hinten ankommt und fahre mit höchster Konzentration und so schnell ich kann. Glücklicherweise bläst der Wind auf der Brücke von hinten und ich kann entsprechend zügig fahren. Zum Ende der Brücke geht es dann noch mal ordentlich bergauf und ich bin froh, als ich auch dieses Stück endlich geschafft habe. Die letzten km bis Seaside sind danach wie pure Entspannung.

In Seaside übernachte ich bei Neil. Es ist bereits dunkel als ich dort ankomme, da ich noch einen längeren Stopp im Supermarkt eingelegt habe. Nachdem ich mein Bike entladen und mein Zelt zum Trocknen aufgehängt habe nehme ich die ersehnte Dusche. Während ich anschließend mein Abendessen zubereite frage ich Neil, ob ich eine weitere Nacht bei ihm übernachten kann. Zum einen möchte ich mich ein wenig ausruhen und zum anderen findet am nächsten Tag die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii statt, welche ich mir gerne anschauen möchte. Neil reist morgen zwar zu einem Klassentreffen, aber er hat nichts dagegen, wenn ich noch eine weitere Nacht bleibe.

Faulenzen und Essen
Den nächsten Tag beginne ich ganz entspannt. Die Übertragung des Ironman startet erst gegen 09:30. So bleibt noch genügend Zeit für ein ausgebreitetes Frühstück. Während ich für die nächsten knapp 9 Stunden das Rennen verfolge bewege ich mich zwar nicht viel, dafür esse ich umso mehr. Am Ende des Tages habe ich das folgende verzehrt:
– Eine große Portion Oatmeal
– 300g Chips
– Ca. 1 Liter Eiscreme
– 1 Burito
– Eine große Portion Nudeln
– 1 Hamburger + Pommes
Als ich schließlich ins Bett gehe, habe ich immer noch nicht das Gefühl komplett gesättigt zu sein. Ich werde morgen herausfinden, ob es genügend war.

TAG

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1 Comment
  1. Antworten

    Jaap

    Freitag, der 10. November 2017

    Hoi Martijn,
    Herkenbaar die onstilbare honger. Op weg naar de Noordkaap, de temperatuur was 10 tot 15 graden, at ik wel direct ontbijt. Dubbel van normaal. Dan om ± 11:00 uur nog een keer. Lunch zo tussen 14:00 en 15:00. En een grote pan avondeten. De koekjes en studentenhaver tussendoor komt er bij. En net als jij nooit het gevoel echt verzadigd te zijn.
    Je komt terug als een fietsend geraamte, alleen bot en spier.

    Groeten,
    Jaap.

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