Canada Full Story Travel

Tag 50: Schlechte Planung und dann auch noch Pech

By on Mittwoch, der 25. Oktober 2017

Heute wartet mal wieder ein lange Etappe auf mich. Ich möchte es bis nach Duncan schaffen, wo ich eine Unterkunft bei einem Warm Showers Host habe. Ich stehe um 6:30h auf gegen 7:00h habe ich bereits alles gepackt und verlasse den Zeltplatz. Mein Plan ist, irgendwo unterwegs zu stoppen um mein Frühstück zuzubereiten. Zunächst jedoch genieße ich den Sonnenaufgang an der Küste. Auch wenn die Bilder einen anderen Eindruck vermitteln mögen, so ist es diesen Morgen doch klirrend kalt. Aber ein vielversprechender Sonnenaufgang hebt doch gleich die Stimmung und stimmt zuversichtlich für den Tag. Und so trete ich gut gelaunt in die Pedale.

Nachdem ich in Parksville einige Zeit in einem Café vertrödelt habe, lege ich im Rathtrevor Provincial Beach Provincial Park endlich meine geplante Frühstückspause ein. Es ist mittlerweile bereits nach 13:00 Uhr aber ich bin zuversichtlich, dass ich heute noch deutlich vor Anbruch der Dunkelheit in Duncan ankommen werde. Nur hätte ich dafür die Route, die ich zwei Tage zuvor geplant habe, besser prüfen sollen. Sie führt mich die meiste Zeit abseits des Highways durch Parks und Siedlungen. Was einerseits schön ist, da man dadurch den unruhigen Verkehr auf dem Highway umfährt, anderseits auch wesentlich langsamer und zudem auch noch anstrengender ist. Nicht nur einmal muss ich mich eine steile Rampe hinaufquälen oder einen kurvigen Waldpfad nehmen. Schließlich endet meine Route abrupt. Zu Fuß oder mit einem Mountain Bike ohne Gepäcktasche käme ich jetzt vielleicht noch weiter, aber mit meinem schwer bepackten Gefährt hat dieses Unterfangen wenig Hoffnung auf Erfolg. Es nützt nichts, Ich muss wieder ein Stück zurückfahren und den Highway 19a Richtung Duncan nehmen. Leider habe ich dadurch mittlerweile wertvolle Zeit verloren und mein Vorhaben es noch im Hellen nach Duncan zu schaffen ist um einiges anstrengender geworden.

Ich schreibe, meinem Warm Shower Host, dass ich wohl erst nach 19:00 auftauchen werde. Ich trete ordentlich in die Pedale und zunächst habe ich das Gefühl, dass es nicht allzu spät werden sollte. Nach einiger Zeit nehme ich unnatürliche Geräusche bei jeder Pedalumdrehung wahr. Ich hatte das bereits früher und es lässt sich zum Glück schnell beheben indem ich die Pedale wieder etwas fester anschraube. Ca. 20km vor meinem heutigen Etappenziel wartet allerdings eine schwierigere Prüfung auf mich. Zunächst wird die Lenkung etwas schwammig und kurze Zeit später schaukelt das Fahrrad mit jeder Pedaltritt. Es deutet sich mal wieder ein Platten an. Glücklicherweise ist die nächste Raststätte nicht weit, so dass ich den Reifenwechsel wenigstens im Licht der nahen Tankstelle vornehmen kann. Ich texte Dug meinen Host in Duncan an, dass ich mich noch mehr verspäte aufgrund der Panne und mache mich an die Arbeit.

Letztlich benötige ich mehr als eine Stunde bis ich den Reifen geflickt und alles wieder zusammengebaut habe. Ich habe mich mehr als ungeschickt angestellt, und beim ersten Versuch den Mantel wieder auf die Felge zu hieven ein weiteres Loch in den Schlauch gerissen. Anscheinend hatte ich noch genügend Platten damit so etwas wie Routine einsetzt. Natürlich ist es mittlerweile stockdunkel als ich die Fahrt wieder aufnehme. Zunächst fahre ich noch auf dem Highway 19a. Hier herrscht zwar ordentlich Verkehr, aber dank meiner guten Beleuchtung und des breiten Seitenstreifens fühle ich mich halbwegs sicher. Das ändert sich, als ich von Highway abfahre und die letzten km durch eine dunkle, verlassene Straße durch den Wald fahre. Auf Vancouver Island soll es viele Berglöwen geben und denen möchte ich nur ungern begegnen. Ich bin erleichtert, als ich endlich die ersten Häuser von Duncan erreiche. Dug erwartet mich bereits und hat noch Essen für mich aufgehoben. „Food for stories“ sagt er und wir sitzen noch einige Zeit zusammen. Während ich esse, erzähle ich von meinen Herausforderungen des heutigen Tages und was ich bislang sonst bereits auf meiner Tour durch Kanada erlebt habe. Viele der Ortschaften und Straßen, die ich in den letzten Wochen bereist habe, hat er auch bereits mit dem Fahrrad erkundet. Das ich allerdings den Stewart Cassiar Highway ausgelassen habe findet er unverzeihlich. Ich muss schmunzeln, er ist mittlerweile der Vierte auf meiner Reise, der mich deswegen rügt. Wahrscheinlich muss diese Straße eines Tages nochmal nachholen. 😉

TAG

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2 Comments
  1. Antworten

    Jaap

    Donnerstag, der 26. Oktober 2017

    Ha Martijn,
    Wat heb jij toch met lekke banden? Ik had er van Gibraltar naar huis niet 1. Ook niet van Meppel naar Istanbul.
    Hartelijke groet,
    Jaap

  2. Antworten

    Adrie

    Donnerstag, der 26. Oktober 2017

    Hee Martijn,
    Pech hoort erbij maar is niet leuk en ‚t komt eigenlijk nooit uit. Wel lekker als je aan ‚t eind van de rit een luisterend oor hebt, een lekkere maaltijd en een echt bed.
    Lieve groet, Adrie

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