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Tag 47 – Back in the saddle again

By on Freitag, der 20. Oktober 2017

Heute geht es wieder raus aus der Stadt. Da das Wetter aktuell besser als erwartet ist und auch die Vorhersage für die nächsten Tage durchaus vielversprechend ist, habe ich beschlossen meine geplante Route (mal wieder) ein wenig abzuändern und auch noch Vancouver Island zu erkunden. Ich freue mich, mich wieder auf das Fahrrad zu schwingen und durch die Natur zu radeln. Die letzten Tage in Vancouver waren zwar erholsam und die Pause aufgrund der vorherigen Strapazen in Whistler auch durchaus mal angebracht aber ich habe schon nach kurzer Zeit in Vancouver den Drang verspürt wieder losradeln zu wollen. Als Radfahrer ist die Großstadt mittlerweile zu einem ungewohnten Terrain für mich geworden und ich fühle mich von der Vielzahl an touristischen Optionen in der Stadt glaube ich ein wenig überfordert. Was muss ich mir unbedingt ansehen, wo muss ich mal gegessen haben, welches Szeneviertel sollte man besuchen und welches Selfie muss ich hier unbedingt knipsen? Abseits der Stadt und auf der Straße gestaltet sich das alles ein wenig einfacher und freier. Ich habe lediglich ein grobes Ziel und fahre morgens einfach los und lege hier und dort einen Stop ein, wenn mir danach ist und schaue wie weit ich komme. Irgendeine Schlafgelegenheit findet sich immer, zumal ich ja auch noch das Zelt dabei habe.

Bevor es jedoch wieder losgeht, steht natürlich erst noch ein ausgiebiges Frühstück an. Neben Rishi gesellen sich bald auch noch seine Mitbewohner Martin und dessen Freundin Maya dazu und schnell entwickeln sich lebhafte, unterhaltsame Diskussionen. Martin vertritt die These, dass ein Spoiler eigentlich nicht den Genuss eines guten Films schmälert. Wenn das tatsächlich mal passiert, dann wäre es auch immer ein schlechter Film gewesen. Seine Argumentation kann ich durchaus nachvollziehen, wobei ich mir beim Film „the 6th Sense“ nicht ganz so sicher bin. Aber wahrscheinlich ist der Film so gut, dass man ihn durchaus spoilern kann… Martin ist Musiker (The End Tree) und hat deutsche Wurzeln. Er spricht ein wenig Deutsch, möchte es aber richtig lernen. Am liebsten Anhand von Songtexten, daher bittet er mich, ihm ein paar deutsche Bands zu nennen an denen er sich mal ausprobieren kann. Dabei ist dieser Zettel herausgekommen: 

Martin, Maya, ich, Rishi (v.l.n.r)

Wir schießen noch ein Abschiedsfoto vor dem Haus und dann brechen wir alle in verschiedene Richtungen auf. Ich möchte nach Horseshoe Bay um von dort aus die erste Fähre zu nehmen, die mich näher nach Vancouver Island bringt (insgesamt muss ich dreimal die Fähre nehmen, bevor ich tatsächlich in Vancouver Island bin). In North Vancouver lege ich noch einen kleinen Zwischenstopp ein und treffe mich mit Peter, einem Freund von gemeinsamen Bekannten in der Heimat. Wir verabreden uns zum Sushi Essen. Sushi in Vancouver ist wie Döner in Berlin. Sushi Läden gibt es an fast jeder Ecke und im Vergleich zu den anderen Restaurants ist es doch erstaunlich günstig und dazu auch noch sehr gut. Peter ist ein sehr lustiger und vor allem sprachgewandter Zeitgenosse. Neben Englisch, Deutsch und Spanisch beherrscht er auch noch genügend Wörter auf philippinisch oder taiwanisch um mit den beiden Bedienungen ein wenig zu scherzen. Peter ist viel gereist und schwärmt im Wesentlichen von allen Ländern außer den USA. Dort wäre es ihm zu gefährlich mit all den Waffennarren, da würde er doch lieber Afghanistan oder Irak vorziehen. Ich werde da wohl meine eigenen Erfahrungen machen müssen und ziehe die USA den beiden anderen Staaten auf jeden Fall vor.

Gestärkt mit rohem Fisch setze ich meine Fahrt nach Horseshoe Bay fort. Es sind zwar weniger als 30km aber hügeliger als ich angenommen hatte. Ich nehme eine alternative Radroute und die führt mich zum Teil über Hügel mit ca. 16% Steigung. Auch wenn diese immer nur sehr kurz sind, so rauben sie doch ordentlich kraft und drücken die Durchschnittsgeschwindigkeit. Als ich schließlich Horseshoe Bay erreiche ist es schon nach 17:30. Ich kaufe mir ein Ticket für die Fähre um 18:35 und nutze die verbleibende Zeit um mich mit ein paar Stücken Pizza und einem Becher Root Beer zu stärken. Da es bereits dunkel sein wird, wenn ich die Fähre auf der anderen Seite verlassen werde, ist dies mein Abendessen für heute.

Sonnenuntergang in Horseshoe Bay

Pünktlich zum Sonnenuntergang verlassen wir den Hafen. Ich nutze die Möglichkeit für ein paar Fotos auf dem Sonnendeck. Als wir das Ziel der Überfahrt erreichen ist die Sonne bereits vollständig untergegangen. Da mein Licht ja wieder funktioniert, schockt mich das jetzt nicht mehr so sehr. Mein Plan ist, noch ein wenig den Sunshine Coast Highway Richtung Westen zu fahren, bis ich eine passende Möglichkeit zum Campen finde. An der ersten Ampel nachdem ich von Deck geradelt bin treffe ich Len. Er bietet mir an, dass ich ihm folgen kann. Er nimmt ein paar Seitenstraßen abseits des Highways, die etwas ruhiger und sicherer sind. Len ist auf dem Weg zu seinem Sohn in Roberts Creek und meint, ich solle ihm bis dorthin folgen, da könne ich dann meine Wasserflaschen auffüllen. Als wir schließlich bei seinem Sohn Nicolas eintreffen werde ich sogar eingeladen, die Nacht dort zu verbringen. Das Angebot nehme ich gerne an. Nicolas ist Geologe, aber so wie ich Ihn verstehe arbeitet er jetzt vornehmlich als Filmemacher und Fotograf und erstellt darüber hinaus auch noch Möbel und Skulpturen aus Driftwood. Gerade hat er ein mehrjähriges Filmprojekt abgeschlossen (schaut euch den Trailer an: NUMINOUS – A Ski Film) und ist in den letzten Zügen eine Fotokunst-Ausstellung vorzubereiten (http://spunspectra.com/). Die Rahmen für diese Ausstellung fertigt er alle selbst. Ich bin beeindruckt von seiner Arbeit und insbesondere der Energie mit der er zu Werke geht. Während ich es mir gegen Mitternacht auf dem Sofa gemütlich mache und mich schlafen lege, fertigt er noch ein paar Rahmen…

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4 Comments
  1. Antworten

    Steve

    Freitag, der 20. Oktober 2017

    Guten Morgen,

    dir scheint es ja gut zu gehen! Der Bart wächst auch! 😉

    Bin auf deine Bilder / Berichte von der Insel gespannt!
    Auch ein Wunschreiseziel von mir!

    Weiterhin gute & ereignisreiche Fahrt!

    • Antworten

      Martijn

      Sonntag, der 22. Oktober 2017

      Danke! Berichte von der Insel kommen bald. War aber nur insgesamt vier Tage dort – mit Sicherheit nicht genügend Zeit um der Insel gerecht zu werden. Also es gibt auf jeden Fall noch Gründe eines Tages mal wieder zu kommen. 😉

  2. Antworten

    Jaap

    Freitag, der 20. Oktober 2017

    Ha Martijn,
    Mooi dat het weer trekt op de fiets te stappen. Betere bevestiging dat dit is wat aan de orde is kun je niet krijgen. De plaatjes zijn weer prachtig. Zoals te verwachten misschien. Daarnaast heb je veel mooie ontmoetingen. Dat weet je niet zo van te voren. En juist de herinneringen daaraan blijven het langst!

    Hartelijke groet,
    Jaap

    • Antworten

      Martijn

      Sonntag, der 22. Oktober 2017

      Bedankt Jaap!

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