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Guatemala (Teil 3): Zu Besuch in der deutschen Botschaft

By on Dienstag, der 12. Juni 2018

In Vorbereitung auf meine Reise habe ich mich gegen diverse Krankheiten impfen lassen. Unter anderem auch gegen Hepatitis A und B, wie es für Reisen in diese Regionen empfohlen wird. Die notwendige Auffrischung nach 6 Monaten war eigentlich schon für Mexiko überfällig, aber trotz mehrerer Wochen Wartezeit, war der Impfstoff dort nicht aufzutreiben. Also beschloss ich, noch zum Zeitpunkt als ich in Puerto Escondido (Mexiko) war, das Konsulat in Guatemala zu kontaktieren mit der Bitte mir bei der Suche nach einem Arzt und dem Auftreiben des Impfstoffs zu helfen. Neben einer Liste mit empfohlenen Ärzten erhielt ich auch eine Einladung des Generalkonsuls ihn doch in der deutschen Botschaft zu besuchen, sollte es in meinen Terminplan passen. Diese Einladung nahm ich natürlich dankend an.

Nun hat es auch in Guatemala mit der notwendigen Impfauffrischung leider nicht geklappt. Als ich den empfohlenen Arzt kontaktierte, versicherte er mir noch, dass dies kein Problem sei. In Guatemala angekommen, musste ich allerdings schnell feststellen, dass es auch hier nicht so einfach ist, die notwendige Spritze zu bekommen. Zur Beruhigung aller: ich habe sie wenig später tatsächlich erhalten, allerdings nicht in Guatemala. Dazu gibt es vielleicht in einem anderen Bericht mehr.

Wegen der medizinischen Versorgung muss ich also nicht nach Guatemala City reisen. Und auch in Reiseführern wird die Stadt, die Antigua im Jahr 1773 als Hauptstadt Guatemalas abgelöst hat, nicht unbedingt als touristisches Highlight angepriesen. Vor Reisen mit dem Fahrrad in die Stadt wurde ich im Vorfeld von diversen Einheimischen und Radreisenden gewarnt und so entscheide ich mich für eine Fahrt mit dem Chickenbus. Wobei das auch nicht unbedingt weniger waghalsig ist, aber ich finde es gehört irgendwie zu meiner Reiseerfahrung in Zentralamerika dazu, mindestens einmal in so einem Gefährt gesessen zu haben. In Guatemala gibt es nur wenige offiziellen Haltestellen für diese Busse. Man muss einfach nur wissen, wo der entsprechende Bus langfährt und sich per Handzeichen bemerkbar machen. Ich steige am Tag nach meiner Rückkehr vom Acatenango mit schweren Beinen und einem leicht flauen Gefühl in den Bus, der vor sicherlich über 30 Jahren mal ein verlässlicher Schulbus in den USA gewesen ist. Der Bus füllt sich nach und nach, während wir gefühlt mehrere Schleifen durch Antigua drehen und nach einigen Minuten endlich das Kopfsteinpflaster der Altstadt verlassen. Die meisten Passagiere bekreuzigen sich mehrfach bevor sie ihren Platz einnehmen und wenn man weiß mit welcher ungestümen Geschwindigkeit diese überalterten Fahrzeuge die kurvigen Straßen hoch und runter rasen, ist das auch mehr als verständlich.

In Guatemala City muss ich dann noch zwei Metrolinien nehmen um zur deutschen Botschaft zu gelangen. Außer mir sind weit und breit keine weiteren Touristen in der Bahn zu erkennen. Da ich ständig den Metroplan studiere um ja nicht die notwendige Haltestelle, an der ich umsteigen muss, zu verpassen bin ich sehr einfach als Fremder in der Stadt zu identifizieren. Ein älteres Ehepaar ist dann auch so nett und hilft mir den richtigen Weg zu finden, denn um von einer Linie in die nächste zu wechseln, muss man hier manches Mal mehrere Straßenblöcke weit laufen. Schließlich schaffe ich es sicher zur Botschaft.

Dort angekommen, muss ich nur noch den guatemaltekischen Sicherheitsbeamten mit meinem gebrochenen Spanisch überzeugen, mich auch reinzulassen. Die offiziellen Besuchszeiten sind eigentlich bereits verstrichen, aber ich kann ihm glücklicherweise verdeutlichen, dass der Konsul mich erwartet. Ich muss mein Telefon abgeben und darf anschließend eintreten. Als nächste Hürde wartet ein deutscher Beamter am Empfangsschalter auf mich. Glücklicherweise kann ich ab hier Deutsch reden und er dirigiert mich zur Sekretärin des Konsuls. Dort erfahre ich, dass der Konsul leider krankheitsbedingt nicht im Haus ist, aber dessen Vertretung sich freuen würde mich zu empfangen. Auch die Presseabteilung wäre bereits informiert. Ich bin etwas überrascht und bei dem Gedanken an ein offizielles Pressefoto fühle ich mich etwas unwohl, schließlich ist mein Outfit nach über acht Monaten schon etwas runtergekommen. Der stellvertretende Konsul beruhigt mich allerdings und meint, mein Outfit wäre für einen weltreisenden Radfahrer absolut passend. Wir schießen ein gemeinsames Foto vor den Flaggen Guatemalas und Deutschlands (sowie der EU). Und da der stellvertretende Konsul aus Berlin, der Stadt in der ich seit über 8 Jahren wohne, machen wir natürlich auch noch ein weiteres Foto vor der Bärenstatue, die demnächst auf dem Plaza de Berlin aufgestellt werden soll.

Insgesamt verbringe ich ca. zwei Stunden in der Botschaft und genieße es, mich mal wieder länger mit jemandem auf Deutsch zu unterhalten. Ich erfahre einiges über die Arbeit des Konsuls, bzw. dessen Stellvertreter und natürlich ist mein Gesprächspartner auch interessiert zu erfahren, was ich bislang auf meiner Reise bereits erlebt habe und welche weiteren Pläne ich habe. Wir diskutieren auch die aktuelle Lage in Nicaragua. Zum Zeitpunkt meines Besuches sind die Unruhen in dem Land gerade erst gestartet. Er hat die generellen Sicherheitsempfehlungen für mich und rät an, mich direkt an das dortige Konsulat zu wenden. Und eigentlich könnte ich ohnehin in jedem Land, durch das ich reise, die Botschaft bzw. das Konsulat besuchen. Die Idee, mich überall selbst einzuladen, erscheint mir jedoch etwas aufdringlich. So außergewöhnlich finde ich das, was ich hier mache, nun auch wieder nicht, dass ich jeden deutschen Konsul in Zentral- und Südamerika belästigen möchte. Der Besuch in der deutschen Vertretung hier in Guatemala hat mir allerdings gefallen. Auch wenn ich weiterhin auf meine Hepatitis A+B Impfung warte, so hat sich der Trip in die Hauptstadt doch gelohnt. Ich mache noch einen kurzen Abstecher in die Altstadt und nehme mit Anbruch der Dunkelheit einen der letzten Chickenbusse zurück nach Antigua.

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